neu im Forum / Fluency Shaping

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Stella
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neu im Forum / Fluency Shaping

Beitrag von Stella » 11. März 2018 20:30

Hallo,
ich bin neu hier im Forum und möchte mich kurz vorstellen. Ich bin 59 Jahre alt und komme aus dem Raum Nürnberg. Mein Stottern begleitet mich schon seit frühester Kindheit. Später entwickelten sich lange harte Blocks und ausgeprägtes Vermeidensverhalten.
Ich war schon in den 90er Jahren Mitglied in der Bundesvereinigung, habe zwischen 1998 und 2000 die Intensiv-Intervall-Therapie bei Wolfgang Wendlandt in Berlin gemacht; zunächst mit großem Erfolg - andere Therapeuten zuvor hielten mich wohl für therapieresistent.
Leider bin ich bald danach wieder total abgestürzt; dies hatte jedoch schwerwiegende gesundheitliche Gründe. Daraufhin habe ich mich, abgesehen von ein paar Seminaren, die ich noch besuchte, nach und nach aus der Stotterer Selbsthilfe zurückgezogen.
Nun bin ich wieder zurück und mir geht es zur Zeit gut. Es ist alles noch greifbar, was wir bei Wolfgang in Berlin ausprobiert und angewendet haben.
Ich war die letzte Zeit oft auf den Seiten der BVSS unterwegs, mit dem Ergebnis, dass ich es mittlerweile hinbekomme, meine Art von „Fluency Shaping“ einigermaßen erfolgreich anzuwenden. Leider fehlt mir noch die nötige Disziplin, es auch dann durchzuziehen, wenn ich meine, ganz flüssig zu sein. Daher funktioniert es in Stresssituationen eben überhaupt nicht.
Aber ich werde dranbleiben!
Ich freue mich, wieder zurück zu sein. Das gibt mir nun zeitweise ein Gefühl von Sicherheit. Ich habe auch vor, wieder Seminare zu besuchen. In diesem Jahr habe ich den Buko in Köln eingeplant.
Viele Grüße

tunnel79
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Re: neu im Forum / Fluency Shaping

Beitrag von tunnel79 » 11. März 2018 22:39

Hallo Stella,
Bitte schauen Sie mein Video an.

Ich stelle ein neues Theorie vor: Physikalische- und Gefühlsblockaden.

Alle Stotterer haben eine schnelle Ausatmung.Das bringt Aufregung und Verstöpfung
mit und machts alles kaputt.Jede kann die Atmungstechniken nicht immer gut verwenden.

Statt der Atmungstechnik mache ich eine Übung, die die Ausatmung automatisch verlangsamt. Man kann die App Keep it Costal kostenfrei herunterladen.

Nach der Ein- und Ausatmung muss man frei 6 Sekunden warten.Dann lernt die Diaphram neu langsam auszuatmen.Man hat die Wirkung besser bei Stotternfrei Zeitraum, nämlich Schweigen.

Leider kennt niemand das.Die Stimmbänder brauchen langsame Ausatmung.

Viele Therapien werden mit gestörter Ausatmung durchgeführt.Dann wird es nach etwa Zeit abgestürzt.

Daneben soll man fristig die Passive Air Flow Technik verwenden.

Anil

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Torsten
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Re: neu im Forum / Fluency Shaping

Beitrag von Torsten » 12. März 2018 09:27

Hallo Stella,

willkommen im Forum!

Ja, du hast Recht: Wenn man die Methoden, die einem helfen, in den „stressfreien“ Sprechsituationen nicht anwendet, dann automatisieren sie sich nicht und werden in einer Stress-Situation nicht funktionnieren. Aber ich muss zugeben, dass ich in dieser Hinsicht auch nicht perfekt bin :)
www.stottertheorie.de

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Re: neu im Forum / Fluency Shaping

Beitrag von Stella » 12. März 2018 22:42

Hallo Torsten,

es hat mich gefreut, von Dir zu hören. Neugierig wie ich bin, hab ich gleich recherchiert, wer du bist: ein Experte in Sachen stottern.

So wie ich es verstehe, bist Du Anhänger der Naturmethode. Ich denke, ich habe etwas ähnliches auf dem Seminar, das damals noch regelmäßig in Passau stattfand, ausprobiert. Es kam auch tatsächlich zu einer beträchtlichen Verbesserung, brachte jedoch nicht den Durchbruch.

Der Durchbruch kam für mich während der Therapie bei W. Wendlandt in Berlin, als ich mich in einem großen Einkaufszentrum, dem Europa Center, mit dem Mikro in der Hand, den Mund voller Kieselsteine, mit diversen Leuten unterhielt; oder als ich zum ersten Mal im Leben einen 5-Minuten-Vortrag an der Fachhochschule in Berlin-Hellersdorf gehalten habe, nahezu symptomfrei. Ich habe diese Unterlagen auch wieder „ausgegraben“.

Nun nochmal zu Fluency Shaping. Die klassische Therapieform habe ich nie gelernt. Ich handhabe es so, dass ich leicht gebunden spreche, mit weichem Stimmeinsatz, und dass ich nach ein paar Wörtern immer wieder Dehnungen einbaue. Und das funktioniert auch zeitweise ganz gut. Schwierig wird es im Gespräch mit mehreren Leuten. Da komme ich öfter doch nicht so gut zu Wort, hauptsächlich wenn „Schnell- und Vielsprecher“ dabei sind. Ich muss da noch sehr daran arbeiten, denke aber, es ist noch ausbaufähig.

Van Riper habe ich versucht, bevor ich zur Selbsthilfe kam. Es war bei einer Logopädin, die behauptete VR zu vermitteln. Allerdings musste ich viele Jahre später feststellen, dass das nur ein Bruchteil dessen war, was die Van-Riper-Therapie ausmacht. Zu der Erkenntnis bin ich erst gekommen, als ich sehr viel später das Buch „Die Behandlung des Stotterns“ durchgeackert hatte. Vielleicht ergibt sich ja für mich doch noch einmal die Gelegenheit, einen Arbeitskreis bei Andreas Starke mitzumachen (evtl. Buko Köln?).

Auf jeden Fall: ich muss jetzt dranbleiben, denn ich denke, es ist noch viel möglich.

Danke und viele Grüße

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Re: neu im Forum / Fluency Shaping

Beitrag von PetraS » 14. März 2018 13:13

Hallo Stella,
ich freue mich, dass du zurückgefunden hast zur Selbsthilfe und würde mich ebenso freuen, dich auf unserem Buko begrüßen zu dürfen, den wir gerade mit der Kölner Gruppe intensiv planen.
Stella hat geschrieben:
12. März 2018 22:42
Van Riper habe ich versucht, bevor ich zur Selbsthilfe kam. Es war bei einer Logopädin, die behauptete VR zu vermitteln. Allerdings musste ich viele Jahre später feststellen, dass das nur ein Bruchteil dessen war, was die Van-Riper-Therapie ausmacht. Zu der Erkenntnis bin ich erst gekommen, als ich sehr viel später das Buch „Die Behandlung des Stotterns“ durchgeackert hatte. Vielleicht ergibt sich ja für mich doch noch einmal die Gelegenheit, einen Arbeitskreis bei Andreas Starke mitzumachen (evtl. Buko Köln?).
Die Arbeitskreise beim Buko werden sehr interessant sein, ich möchte hier nicht so viel vorwegnehmen, denn wir werden sie im Kieselstein Mai ausführlich vorstellen. Schwerpunkt liegt allerdings auf der Selbsthilfe, das heißt einzelne Therapieprogramme zu vertiefen steht (leider) nicht auf dem Plan.

Allerdings werden auf dem Buko in anderen Zusammenhängen zahlreiche Experten, darunter Andreas Starke erwartet, und du wirst sicher die Gelegenheit haben, dich mit ihm zu unterhalten und das für dich Beste herauszuholen.

Ich bin seit 3 Jahren aktives Mitglied der Kölner Selbsthilfe und kenne niemanden, der seine ihm bekannten Modifikationstechniken ständig anwendet. Das Stottern schlummert immer irgendwo im Hintergrund, und nur wenn es zuschlägt, dann besinnen sich die Leute ihrer Techniken oder stottern sich einfach so durch.

Aber ich finde auch überhaupt nichts Verwerfliches dabei, solange man sich dabei wohl fühlt.
Lediglich wenn man sich selber nicht damit wohl fühlt, wie man ist, sollte man daran arbeiten - das ist meine Meinung.

Es gibt übrigens auch dieses Jahr wieder mehrere Seminare der BVSS oder einzelner Landesverbände zur Naturmethode bzw. Hausdörfer. Ich kenne viele Leute, denen diese Seminare immer wieder neue und positive Impulse geben.

Bei der Van-Riper-Therapie ist - und ich denke, diese Meinung teilen auch die meisten Experten - das A und O die Desensibilisierung. Es ist etwas ganz anderes, ob du als Nervenbündel vor einem Block stehst oder diesem gelassen entgegensiehst. Und wenn du es erst erreicht hast, gelassen damit umzugehen, dann kannst du selbst entscheiden, ob und welche Technik oder Methode du anwenden willst.

Würde mich freuen, dich in Köln kennenzulernen.
Gruß
Petra

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